Eric Bibb - Friends - 180gramm Doppel-Vinyl LP

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Artikelnummer 80117695



Genre: Blues

"Friends" ist der passende und auch aufschlussreiche Titel für das zehnte Album seit 1997 des New Yorker Bluesmusikers Eric Bibb.
Ursprünglicher Folk und Blues verschiedener 'Freunde' in variierender Zusammensetzung in kleinen Gruppen ist das Motto dieses Albums.
Gleich zu Beginn steht ein unschlagbares Duett auf der Akustik-Slideguitar von Bibb und Guy Davis, ein wahres Goldstück mit dem Namen "99 1/2 Won't Do".
Der Kontrast zwischen Davis gleichermaßen lieblichem und rauchigem Spiel
und Bibbs klagend-heiserem Gesang - zeitweilig wie Blind Willie Johnson - überzeugt durch die mehrschichtige Dimension der Interpretation.
An anderer Stelle, z.B. in in "Six O'Clock Blues", treten Charlie Musselwhite's schlangengleich geschwinde Läufe auf der Harmonika in den Vordergrund.
Taj Mahal hat zwei Auftritte: einen in dem Duett "Goin' Down Slow", den anderen im Trio mit Bibb
und dem Gitarristen Djelimady Tounkara aus Mali in einem Medley des traditionellen "Kulanjan" und Bibbs eigenem "Sebastian's Tune".
Nach der Erwähnung von Mali und Mahal ist zu sagen, dass Bibb auch eine Variante des unter Blues-Musikern geschätzten Klassikers
"Lovin' in My Baby's Eyes" mit dem erstklassigen Kora-Spieler Mamadou Diabate zu Gehör bringt, die dem Original Konkurrenz macht.
Außerdem gibt es eine großartige Version von Guy und Susanna Clarks "The Cape" mit dem Gitarristen Martin Simpson,
Bibbs bewegendes "For You" mit Ruthie Foster, und "Tain't No Such Thing", ein hervorragender neuer Folksong, geschrieben von
und gesungen mit der legendären Folksängerin Odetta.
Harry Manx, das Kennzeichen von Mohan Veena, spielt mit Bibb den eintönigen, Einsamkeit vermittelnden Blues "Needed Time"
und mit Kristina Olsen "If I Stayed". Den Abschluss bildet das zarte "Dance Me To The End Of Love" (das Original,
nicht der Song von Leonard Cohen) mit Lovin' Spoonful's Jerry Yester am Klavier.

Wenn man davon ausgeht, dass die meisten derartigen Platten bestenfalls einer Wundertüte gleichen, mit ein paar 'hochdekorierten' Beteiligten,
die dazu dienen, die Interpretation der einzelnen Stücke entweder aufzupeppen oder zu verwässern, dann ist "Friends" ein Ausreißer.
Hier ist nichts offensichtlich oder aufgeblasen, alles ist subtil schattiert, die Darsteller dienen den Songs und nicht sich selbst.
Der Hörer hat weder das Gefühl von Schulterklopfen noch Selbstbeweihräucherung, nur das große Vergnügen,
diese Musik unverhüllt, mit ehrlichen Gefühlen hören zu können. Bravo.

Eric Bibb (arr, g, voc); Odetta, Ruthie Foster (voc); Guy Davis (arr, har, voc, g); Taj Mahal (g, voc, bjo); Charlie Musselwhite (har);
Mamadou Diabate (kora); Martin Simpson (g); Michael Jerome Browne (fiddle, voc, g, mand); u.a.

Side A

  • 1. 99½ Won’t Do
  • 2. Six O’Clock Blues
  • 3. Goin’ Down Slo

Side B

  • 1.Lovin’ In My Baby’s Eyes
  • 2. For You
  • 3. The Cape
  • 4. ‘Tain’t Such A Much

Side C

  • 1. Needed Time
  • 2. If I Stayed
  • 3. Connected
  • 4. Ribbons and Bows

Side D

  • 1. Just Look Up
  • 2. Cowgirl Queen
  • 3. Kulanjan/Sebastian’s Tune
  • 4. Dance Me To The End Of Love

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